reflections

Das Vorhaben

51,7kg
Obwohl sie der Meinung war, dass das Aussehen wichtiger als die Zahlen seien, bekam sie doch einen Schock. "Wofür hab ich mich gestern auf dem Crosstrainer 1/2 Stunde lang halb tot gestrampelt?", fragte sie sich, als sie in den Spiegel schaute.
Ihre Haare waren halblang und hatten ein schönes Braun, aber sie waren trocken und die Spitzen furchtbar kaputt. Sie musste wohl oder übel bald wieder zum Friseur, obwohl sie sich doch die Haare hatte wachsen lassen wollen.
Sie selbst liebte vorallem ihre grün-braunen Augen. Dafür hasste sie die Mitesser und kleinen Pickel, die hier und da sprossen. So langsam musste es doch ein Ende damit haben! Seit ihrem 12 Lebensjahr plagte sie sich damit schon herum und das war jetzt schon 4 Jahre her.
Auf ihren Busen jedoch war sie ein bisschen stolz. Er war größer, als der der meisten anderen Mädchen und immerhin trug sie jetzt schon 75C. Keine schlechte Größe für eine 16 Jährige. Manchmal jedoch regte sie sich auch über ihn auf. Ohne BH hing er herunter und schöne BHs gab es in ihrer Größe kaum. Auch das Bikini-Suchen war eine Qual für sie. Das Oberteil musste einen Bügel haben, da der Busen sonst wieder nach unten hin und die Hose brauchte sie immer mindestens 2 Größen kleiner.
Und dann kam der Bauch. Eine einzige Katastrophe. "Mein Bauch wölbt sich wie bei einer Schwangeren!", dachte sie entsetzt, als sie sich seitlich im Spiegel betrachtete. Auch wenn sie mit ihren 164cm nur einen BMI von 19 hatte, fühlte sie sich furchtbar schwabbelig. An den Armen schwabbelte es, an ihren Oberschenkeln, manchmal auch ihr Busen und am allermeisten schwabbelte ihr Bauch. Ihr dicker, fetter Bauch. Vielleicht nicht so fett, wie der von anderen Leuten, aber viel zu fett um im Sommer in einem schönen Bikini (der immer noch nicht gefunden worden war) herumzulaufen. Alle würden auf ihren Bauch starren und denken: "Schade. Wo sie doch sonst relativ gut aussieht."
Wenn sie ihre guten Noten in der Schule behalten, mehr Sport treiben und endlich dünner sein würde, ja, dann wäre sie perfekt. Ihr Freund würde nie eine andere haben wollen, nie kritisch auf ihren Bauch starren, alle Jungs würden ihr hinterher sehen und die Mädchen wären alle neidisch. Wenn sie erstmal weniger wiegen würde. "47kg würden mir bestimmt nicht schlecht stehen", sagte sie sich, als sie ins Bett stieg. "...oder 45kg. Lieber ein bisschen dünner, als ein bisschen dicker."
Mit dem Gedanken, dass sie morgen mehr Sport treiben und weniger essen würde, schlief sie schließlich ein.

23.4.09 22:42

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Mary / Website (23.4.09 23:18)
hey, hab mich gerade sehr gut wiedererkannt in deinem beitrag, denn auch wenn mein bmi im moment etwas über 19 liegt, hab ich ungefähr das gleiche figurproblem: beine sind relativ(!) dünn im vergleich zum bauch - der bläht sich gerne nach dem essen (auch wenn es nur ein bisschen war) auf 7.monat-schwangerschftsgröße auf... zum kotzen ihn deshalb immer einziehen zu müssen um ihn auf "zeit direkt nach dem aufstehen"-niveau zu bekommen... aber meiner freundin und vielen anderen gehts genauso, also hab ich mich mittlerweile ganz gut damit abgefunden und seh es als normalen menschliche zustand an dass sich der bauch kugelig aufbläht nach dem essen. und man kann ihn ja - wie gesagt - einziehn =P
ich trag auch 75c und hab das gefühl dass sie für mein junges alter schon viel zu arg hängen (hab auch eingerissene haut da =/) und ziemliche probleme mit dem bh- bzw. vor allem mit dem bikini-kauf (brauch bei h&m oben 42 und unten 38...). deshalb mein tipp: schau dieses jahr doch mal bei roxy - die haben ihre utopischen größen endlich geändert was das zusammenspiel von hose und oberteil angeht =] is zwar sauteuer, aber ich finde es lohnt sich (vor allem wenn man díe jahre davor kurz vorm nervenzusammenbruch beim bikinikauf war)
lg, Mary

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